Gottesdienst im Alltag der Welt
Als vor genau einem Jahr am 12. Januar auf Haiti die Erde bebte, stand Berufsschulpfarrer Roland Kühne gerade vor den Maurer-Azubis. Und weil er in seinem Religionsunterricht den Bezug zwischen Kirche und Welt für unabdingbar hält, sprach er mit seinen Schülern über dieses Ereignis, das gerade die Welt bewegte. Natürlich wollten die angehenden Maurer gleich helfen. Aber wie? Geld schien ihnen nicht passend, zumal sie davon als Azubis im nordrhein-westfälischen Kempen auch nicht gerade viel in den Taschen hatten. »Ihr könnt ja Häuser bauen«, hat Roland Kühne zu ihnen gesagt. Sie haben ihn beim Wort genommen. Am 29. Januar dieses Jahres ist es nun endlich so weit. Da fährt ein Vortrupp aus Kempen bei Düsseldorf nach Liancourt auf Haiti. Und in den Osterferien geht es richtig los. Dann arbeiten dort zehn Maurer-Azubis mit ihrem Pfarrer Roland Kühne, der selbst gelernter Werkzeugmacher ist, und einem weiteren Lehrer am Bau einer neuen Schule. Zunächst legen sie Bodenplatten, bauen einen Brunnen und ein Wärterhäuschen fürs Material.
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