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Von Menschen und Ratten

Der Antisemitismus und Rassismus wird in Ungarn offen gezeigt, auch in den Kirchen. Eine aktive Minderheit sucht Auswege
von Hans-Hermann Hücking vom 27.04.2011
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Mahnmale werden geschändet, Ungarische Garden marschieren auf, Roma werden ermordet, und die Rechtsextremen Jobbik stellen die drittstärkste Fraktion im Parlament. Der Antisemitismus zeigt in Ungarn offen seine hässliche Fratze. In dem der Regierungspartei FIDESZ nahstehenden Fernsehkanal Echo TV wird das Gesicht des ungarisch-jüdischen Literaturnobelpreisträgers Imre Kertész gezeigt und dazu ein Text über Ratten rezitiert. Das ist erlaubt, denn es herrscht Freiheit in diesem »demokratischen« EU-Staat. Es wächst die Sehnsucht nach den »Errungenschaften« aus der Ära des sozialistischen Parteiführers János Kádár (1956-1988). Dies weist eine im Mai 2008 veröffentlichte Umfrage des Marktforschungsinstituts GfK Hungaria aus. Demnach sagten sechs von zehn Erwachsenen, sie hätten vor der politischen Wende 1989/1990 »glücklicher« gelebt als heute. In Budapest kann man auf vielen Autos Aufkleber sehen, die das Groß-Ungarn in den Grenzen von vor 1920 zeigen.

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