Der Brief der Kirchen im Wahlkampf
Ein Tabubruch, ein Brandbrief und jede Menge Ärger
Der gescheiterte Versuch von Friedrich Merz, noch vor der Bundestagswahl notfalls mit Stimmen der AfD einen Kurswechsel in der Migrationspolitik zu erzwingen, hat das Verhältnis zwischen Union und Kirchen massiv gestört, möglicherweise sogar nachhaltig. Vor dem Entschließungsantrag verfassten Anne Gidion, Bevollmächtigte des Rates der Evangelischen Kirche bei der Bundesrepublik, und der Leiter des katholischen Büros Karl Jüsten einen alarmierenden Brief an alle Abgeordneten, der in ungewohnter Deutlichkeit die Vorschläge der Union kritisierte. Diese seien nicht zielführend und teilweise verfassungswidrig. Der Tonfall sei geeignet, »alle in Deutschland lebenden Migrantinnen und Migranten zu diffamieren« und »Vorurteile zu schüren«.
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