Ganz Körper sein
Musik. Kat Frankie singt normalerweise solo, begleitet von ihrer Band: Folk, Rock, Pop. Seit 20 Jahren lebt die Australierin in Berlin. Vor einigen Jahren entdeckte sie den Gesang ohne Instrumente für sich. Dann gründete sie eine ganze A-cappella-Band, nur aus Frauen. »BODIES« heißt sie. Im Dezember ist ihr Album erschienen, teils mit A-cappella-Versionen älterer Lieder von Kat Frankie, teils mit neuen Songs. Das klingt weder wie die übliche, gut gelaunte A-cappella-Band noch wie ein Chor: Die einzigartigen Stimmen der Frauen sind gut herauszuhören, überlagern sich und schaffen so gemeinsam emotionale, polyrhythmische Klangskulpturen. In den neun Liedern geht es um politische Themen wie Kolonialisierung oder Frauenprotest. »Versailles« ist das stärkste Stück des Albums. Es handelt von Frauen der Französischen Revolution, die Menschen hinter sich bringen, um gegen Ungerechtigkeit aufzustehen. Vor allem aber geht es darum: Wie kann man ein Kollektiv bilden, etwas schaffen, das größer ist als die einzelne Person, und dabei man selbst bleiben? Die Antwort der A-cappella-Band BODIES: aufeinander hören, auf derselben Wellenlänge sein, kommunizieren. Das klingt kraftvoll, fast transzendental.
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