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Reportage
Im Ausnahmezustand

Ein Pfarrer, ein Schulleiter und eine Asyl-Helferin verhindern den Kollaps ihrer Stadt, die jetzt viele Geflüchtete aufnimmt. Wie sie das schaffen, erzählen sie hier.
von Ulrike Scheffer vom 28.03.2023
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Reden ist schwer, gemeinsam lachen hilft. Pfarrer Gregor Kreile besucht die afghanische Familie Zeer (Foto: Jana Kay)
Reden ist schwer, gemeinsam lachen hilft. Pfarrer Gregor Kreile besucht die afghanische Familie Zeer (Foto: Jana Kay)

Ein Abend Mitte März in Erlenbach am Main. Tagsüber war es 19 Grad warm, jetzt regnet es in Strömen. Trotz des widrigen Wetters sind rund 40 Leute in den Keller des sogenannten Siedlerheims hinuntergestiegen. Viele Ältere sind darunter, aber auch junge Paare. Ihre triefenden Schirme stapeln sich vor der Eingangstür des schlichten Versammlungsraums. Am 2. April wird in der unterfränkischen Stadt mit etwas mehr als 10 000 Einwohnern ein neuer Bürgermeister gewählt. Der Amtsinhaber von der CSU geht in den Ruhestand, der Nachfolge-Kandidat will hier heute um Stimmen werben. Mitten im Wahlkampf hat der Landkreis Miltenberg, zu dem Erlenbach gehört, bundesweit Schlagzeilen gemacht. Landrat Jens Marco Scherf berichtete in einer TV-Talkshow von unhaltbaren Zuständen, weil immer mehr Geflüchtete untergebracht und integriert werden müssten. Die Belastungsgrenze in Verwaltung, Schulen und Kindergärten sei längst überschritten. Wohnraum gebe es schlicht nicht mehr und auch zu wenig Kinderärzte.

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Schlagwörter: Boris Palmer Geflüchtete
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