Moderne Männlichkeit
Will Smith und die verwirrten Männer
Will Smiths zweiter Auftritt bei der Oscarverleihung wird kaum in Erinnerung bleiben. Dafür wirkt zu sehr nach, dass er zuvor auf die Bühne gestürmt war, um dem Comedian Chris Rock eine schallende Ohrfeige zu verpassen, nachdem dieser einen Witz auf Kosten des Haarausfalls von Smiths Frau Jada Pinkett Smith gemacht hatte. Und doch ist es irgendwie bezeichnend, dass Will Smith später noch die Auszeichnung für den »besten männlichen Hauptdarsteller« entgegennahm. War es nun »heroisch-männlich«, dass er sich wehrte gegen die verbale Attacke auf seine Frau, sie in Schutz nahm, und zwar nicht nur mit Worten, sondern mit körperlicher Gewalt? Oder war es eben »toxisch-männlich«, weil er durch sein aggressives Verhalten nicht nur seinem Umfeld schadete (also hauptsächlich Chris Rock), sondern auch noch übergriffig gegenüber seiner Frau agierte, indem er ihr die Möglichkeit nahm, auf ihre Weise zu reagieren?
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