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Kafka und das Judentum
Hiob auf dem Hochseil

Kein deutschsprachiger Schriftsteller des 20. Jahrhunderts hat biblische Aussagen so unmittelbar auf sich bezogen wie Franz Kafka. Sein Judentum schwebte zwischen Tradition und Moderne.
von Karl-Josef Kuschel vom 23.05.2024
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(Illustration: akg-images/De Agostini Picture Library
(Illustration: akg-images/De Agostini Picture Library

August 1912. In seiner Heimatstadt Prag lernt Franz Kafka bei seinem Freund Max Brod die in Berlin lebende 25-jährige Felice Bauer kennen. Erstmals sieht sich der 29-jährige, damals schon ein promovierter Jurist und seit 1908 Angestellter bei der Prager Arbeiter-Unfallversicherungsanstalt, durch eine Partnerin herausgefordert, sich über seine »Bestimmung« klar zu werden. Dies umso mehr, als er wenige Wochen später mit der Niederschrift der Erzählung »Das Urteil« seinen endgültigen Durchbruch als Schriftsteller erleben sollte. So bricht ein Grundkonflikt auf, ohne den Kafkas Leben nicht zu verstehen ist. Einerseits könnte die Bindung an eine Lebenspartnerin ihn endlich von der Familie befreien, vor allem vom Druck des autoritären Vaters. Andererseits brächte eine Heirat und Familiengründung die Berufung zur Literatur in Gefahr. Was sich in den nächsten fünf Jahren abspielt, einschließlich zweier Ver- und Entlobungen, ist ein Beziehungsdrama, das in der deutschsprachigen Literaturgeschichte seinesgleichen sucht.

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Schlagwörter: Bibel Franz Kafka Judentum
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