Der Friede in den Seelen
Viele unserer Gesinnungsfreunde stecken – wie auch ich – in einem tiefen, radikalen Prozess des Bewusstseinswandels. Der Triumph des Turbokapitalismus und der Hochtechnologie spaltet das Innen und Außen der Menschen in zwei unüberbrückbare Pole. Wie einst im biblischen Babylon ist man mit dem Aufbau eines neuen riesigen Turmes beschäftigt. Dem »Immer schneller, immer höher, immer weiter für alle« folgt für viele jedoch eine Flucht nach innen, die zu einer oft verzweifelten Suche nach dem Sinn des Lebens, nach dem Herzen aller Dinge führen kann. Aber auch zum Widerstand gegen menschenfeindliche Trends in Wirtschaft und Gesellschaft. Menschen sind auf der Suche nach einer gewaltfreien spirituellen Religiosität. Das große Treffen, zu dem der Weltrat der Kirchen Ende Mai nach Jamaika eingeladen hat, ist dafür nur ein Beleg. Doch weniger die zahlreichen Papiere als vielmehr das Wiederbesinnen auf die christliche Mystik, die Toleranz gegenüber Andersdenkenden und die Wiederentdeckung von Gott in dem anderen Menschen könnten so etwas wie ein Kompass für unseren Bewusstseinswandel sein.
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Harald Pawlowski gründete Publik-Forum und war von 1972 bis 1999 Chefredakteur. Er ist heute Ehrenherausgeber.

