Macht und Missbrauch
»Ich dachte, ich wäre gut gewappnet«, sagt Christine Bergmann. »Aber ich habe hier von Leidenswegen erfahren, die ich mir in diesem Ausmaß so nicht habe vorstellen können. Das hat mich persönlich sehr mitgenommen.« Die Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung hat jetzt ihren Abschlussbericht vorgelegt – das Fazit aus mehr als 13 000 Anrufen und Briefen, die sie und ihre Mitarbeiter gelesen, gehört und ausgewertet haben. 13 000 Berichte über Vergewaltigung, sexuelle Nötigung, Manipulationen und Gewalt an kleinen Mädchen und Jungen. Die meisten Verbrechen, die innerhalb von Institutionen verübt wurden, betrafen die katholische Kirche. Sechzig Prozent der Fälle ereigneten sich in Familien.
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Der AbschlussberichtIn ihrem Abschlussbericht beklagt die Missbrauchsbeauftragte Christine Bergmann die Situation der Opfer: Die meisten litten bis heute unter Angst, Depressionen, Essstörungen und Suizidgedanken. Bergmann fordert finanzielle Entschädigungen für alle Betroffenen. Bei Opfern in Institutionen soll die jeweilige Einrichtung die Kosten tragen, für Betroffene in Familien soll der Bund aufkommen. Sie alle sollen einen Rechtsanspruch auf Beratung und Übernahme der Therapiekosten bekommen. Die Bundesregierung muss nun entscheiden, wie die Empfehlungen umgesetzt werden.
