Alkoholismus
»Ich blicke nach vorn«
Am Grab meiner Mutter habe ich mir vor 14 Jahren geschworen, mit dem Trinken aufzuhören. Anders als meine zehn Geschwister konnte ich mich nicht an ihrem Sterbebett von ihr verabschieden. Ich war in der Psychiatrie, als sie starb. Erst im Oktober 2020 habe ich die Kraft gefunden, ein Leben ohne Alkohol zu führen. Zu dem Zeitpunkt lagen bereits 30 bis 40 Entgiftungen hinter mir und viele Therapieversuche. Meinen hoffentlich letzten Exzess habe ich nur knapp überlebt. Drei Flaschen Wodka in ein bis anderthalb Stunden schüttete ich damals in mich hinein. Plötzlich standen Feuerwehrleute, Polizisten und ein Notarzt in meinem Zimmer. Meine Betreuerin hatte mich nicht erreichen können, weil weder das Telefonklingeln noch die Türglocke in mein Delirium drangen. Die Feuerwehr musste die Tür aufbrechen und mich ins Krankenhaus bringen.
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