Kindeswohl und heiße Luft
Papier ist geduldig. Doch genau das kann lebensbedrohlich sein. Im Fall der vor einem Jahr von der schwarz-gelben Regierungskoalition unterzeichneten UN-Kinderrechtskonvention ist das längst traurige Wirklichkeit. 21 Jahre hatten Flüchtlingsorganisationen und viele einzelne Menschen dafür gekämpft, dass die unter Helmut Kohl mit Vorbehalt unterzeichnete Kinderrechtskonvention für alle Kinder in der Bundesrepublik gelten sollte – auch für die bis dahin ausgenommenen Flüchtlingskinder. Letztes Jahr war es dann so weit. Die neu gewählte Bundesregierung nahm mit großem Tamtam die sogenannte Vorbehaltsklausel zurück. Fortan sollten die Rechte für alle Kinder und Jugendlichen gelten.
Sie haben bereits ein
-Abo? Hier anmelden
Die KampagneWeil in Deutschland die UN-Kinderrechtskonvention nun zwar umfassend unterzeichnet, aber nicht umgesetzt ist, starteten jüngst vierzig Verbände und Initiativen die Kampagne »Jetzt erst Recht(e) für Flüchtlingskinder«, die genau das fordert. Es geht, wie Heiko Kauffmann von pro asyl betont, um das Ende der institutionellen und gesetzlichen Diskriminierung von Flüchtlingskindern. Die Kampagne fordert dazu auf, junge Flüchtlinge zu unterstützen, Politiker nach ihrer Haltung zu fragen oder einen Online-Appell von der Bewegung Campact, zu unterzeichnen: www. Kinderrechte-jetzt.de
