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Kirchliche Internate
Die toten Kinder und der Roman der Stunde

Die indigene Autorin Michelle Good wird in Kanada für ihr Buch »Five Little Indians« ausgezeichnet. Zur gleichen Zeit entdeckt man ausgerechnet in ihrer Stadt Kamloops ein Massengrab mit den Kindern der Ureinwohner.
von Eva-Maria Lerch vom 26.06.2021
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Preisgekrönte Autorin aus dem Stamm der Cree: Michelle Good (Foto: pa/Kent Wong)
Preisgekrönte Autorin aus dem Stamm der Cree: Michelle Good (Foto: pa/Kent Wong)

Es sind erschütternde Tage für Michelle Good in Kamloops. In einem Massengrab in ihrer Stadt im Westen Kanadas wurden soeben 215 Kinderleichen entdeckt. Das Grab befand sich auf dem Gelände der Kamloops Indian Residential School, einem der kirchlichen Internate, in denen Kinder nordamerikanischer Ureinwohner bis zum Ende des 20. Jahrhunderts zwangsweise unterrichtet wurden, vorgeblich, um sie zu »echten Kanadiern« zu erziehen. Viele dieser Mädchen und Jungen starben an Hunger, an katastrophalen Hygienebedingungen, an Tuberkulose oder Gewalt. Ihre Eltern wurden nicht über den Tod informiert und erfuhren nie, wo die Kinder geblieben waren.

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Schlagwort: Kanada
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