Reportage
Armutszeugnis
Es riecht nach Desinfektionsmittel. Jasmin Fischer sitzt aufrecht auf der zahnarztstuhlähnlichen Liege und präsentiert ihre Armbeuge. »Diese Woche bitte rechts«, sagt sie. »Ich bilde mir ein, dass es besser für meine Arme ist, wenn ich abwechsele.« Die Mitarbeiterin des Blutspendezentrums reicht ihr einen hellblauen Ball, den soll sie drücken, damit der Blutfluss in Schwung kommt. Sie desinfiziert die Armbeuge, drückt die Nadel in die Vene. Tiefrot fließt das Blut durch einen Schlauch in einen mikrowellengroßen Kasten, der das Plasma vom Rest des Blutes trennt, das anschließend zurück in Jasmin Fischers Adern fließt. Der Raum ist hell beleuchtet, ein paar weitere Spender liegen hier, nicht viel los heute, die Sonne scheint. 45 Minuten dauert die Prozedur, dann einen Tupfer auf die Einstichstelle, kleiner Druckverband drüber, fertig. »Bis nächste Woche«, sagt sie. Jasmin Fischer kennen hier alle. Sie spendet regelmäßig Plasma. Das darf man öfter spenden als Blut, bis zu 45 mal pro Jahr, das entspricht 25 Litern.
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