Schwarz-gelbes Sozialwort
Nach kritischen Äußerungen über die Gier mancher Banker und zur Atomkraft wollen sich die katholischen Bischöfe nun wieder mit der schwarz-gelben Politik und mit der Wirtschaft versöhnen. Anders ist ihr Impulstext »Chancengerechte Gesellschaft – Leitbild für eine freiheitliche Ordnung« nicht zu verstehen. Die Bischöfe plädieren darin für nicht mehr als einen Wirtschaftsliberalismus, der ein wenig sozial flankiert ist. Damit verabschieden sie sich endgültig von den einst weitreichenden Thesen des Sozialwortes der beiden großen Kirchen aus dem Jahre 1997. Und untermauern dafür das herrschende wirtschaftspolitische Denken in Deutschland.
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Das Dokument der BischöfeUnter der Ägide des Münchner Erzbischofs Reinhard Marx hat die Kommission für gesellschaftliche und soziale Fragen der Deutschen Bischofskonferenz einen Impulstext mit dem Titel »Chancengerechte Gesellschaft – Leitbild für eine freiheitliche Ordnung« vorgestellt. Darin fordern die Bischöfe eine gesellschaftliche Erneuerung Deutschlands auf der Grundlage der »Freiheit«, des Faszinationswortes der Moderne«, so Marx. Die Menschen müssten befähigt werden, die Chancen der Freiheit in ihrem Sinne wahrzunehmen. Dazu fordern sie mehr »Beteiligungsgerechtigkeit«.
