Ausländerbehörde beendet Kirchenasyl
Die Ausländerbehörde im nordrhein-westfälischen Viersen hat ein Kirchenasyl beendet. Das stößt bei den Kirchen auf scharfe Kritik. Nach Angaben der rheinischen Landeskirche war das aus dem Irak stammende Ehepaar während einer unangekündigten Hausdurchsuchung Mitte Juli in den Räumen der evangelischen Kirchengemeinde Lobberich festgenommen worden. Der anschließende Versuch, das Paar nach Polen abzuschieben, wurde laut dem Netzwerk »Asyl in der Kirche NRW« von der Bundespolizei abgebrochen, weil die Frau einen Zusammenbruch erlitt. Das Paar befinde sich nun in der Abschiebehaftanstalt. Die beiden seien 2021 aus dem Irak geflohen und lebten seit Ende Mai dieses Jahres im Kirchenasyl, erklärte die rheinische Kirche. Zuvor hätten die beiden in einem Lager in Polen gelebt und stünden seitdem unter massivem psychischem Druck. »Ein solcher repressiver Abschiebungsversuch zweier traumatisierter Menschen ist ein Skandal«, sagte Pfarrerin Elke Langer von der betroffenen Kirchengemeinde. Die Stadt Viersen erklärte, »entsprechende gerichtliche Entscheidungen« für das Vorgehen der Behörde lägen vor.
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