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Zukunft der Kirchen
Erleichterung

Das Zeitalter der Volkskirche ist vorbei. Kein Grund traurig zu sein, meint Jörg Lauster. Denn nie war die Chance für die Kirchen günstiger, sich neu aufzustellen. Ein Plädoyer gegen die Kirchendepression.
von Jörg Lauster vom 23.08.2023
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Loslassen und Kirchenträume wagen. Ein ökumenischer Gottesdienst im Osnabrücker Dom. (Foto: epd/Detlef Heese)
Loslassen und Kirchenträume wagen. Ein ökumenischer Gottesdienst im Osnabrücker Dom. (Foto: epd/Detlef Heese)

Die aktuellen Zahlen zu den Kirchenaustritten haben nun auch den Letzten die Augen geöffnet. Wenn nahezu eine Million Menschen im Jahr 2022 die großen christlichen Kirchen in Deutschland verlassen haben, dann ist klar: Die Epoche der Volkskirche ist definitiv zu Ende. Was immer man unter dem theologisch aufgeladenen Begriff der Volkskirche verstehen mag, die Zeit ist vorüber, in der sich eine Mehrheit der Bevölkerung den christlichen Kirchen so verbunden wusste, dass sie sich selbst als deren Mitglieder verstand. Das im späten 19. Jahrhundert entstandene Modell der Volkskirche ist zweifelsohne eine Erfolgsgeschichte des europäischen Christentums. Die Kirchen, allzumal in Deutschland, hatten Einfluss auf die Gesellschaft und durch die Kirchensteuern viel Geld. Das ist nun vorbei. Entsprechend laut ist die Klage in den Kirchen. Man versteht die Welt nicht mehr, die einem garstig den Rücken zuzukehren scheint. Die Kirchen sind eingeschlossen in ihrer eigenen Depression und geraten in einen Teufelskreis. Wer nur seinen eigenen Untergang bejammert, ist unattraktiv. Niemand möchte auf der Titanic anheuern.

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