Das Prinzip Stille
Draußen ist es noch dunkel. Aber im Kloster der Benediktinerinnen vom Heiligsten Sakrament in Osnabrück brennen frühmorgens kurz vor sechs Uhr schon hell die Lichter. Zehn Nonnen stehen aufrecht im Chorgestühl ihrer hoch gebauten, schlichten Kirche. »Herr, öffne unsere Lippen«, bitten sie in den Laudes, ihrem ersten Stundengebet. Noch mehr als drei Stunden werden sie heute damit verbringen, gemeinsam zu singen und zu beten. Die Sehnsucht nach Gott, Freude am liturgischen und persönlichen Gebet und die Bereitschaft, für eine Klostergemeinschaft auf Lebenszeit auf viele Annehmlichkeiten zu verzichten, hat sie dazu gebracht, Nonnen zu werden.
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