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Religionsunterricht
Warum ich gerne Religion unterrichte

Die Schule hat wieder begonnen. Und mit ihr die Frage nach einem zeitgemäßen Religionsunterricht. Drei Lehrerinnen und Lehrer sprechen über ihre Motivation und die besondere Faszination dieses Faches.
vom 30.09.2023
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Ein Fach mit Unschärfen, aber mit viel Potenzial: Religionsunterricht (Foto: Stephan Pramme)
Ein Fach mit Unschärfen, aber mit viel Potenzial: Religionsunterricht (Foto: Stephan Pramme)

Natürlich könnte ich schreiben, dass ich Lehrerin wurde, weil es keinen sinnvolleren und erfüllenderen Beruf gibt. Tatsache ist aber, dass ich im Studium in Bezug auf meine künftige Lehrerinnen-Tätigkeit in der Schule eher unambitioniert war. Mich haben die inhaltlichen Möglichkeiten und die Vielfalt des Studiums begeistert. Außer durch die Betreuung von Kindergruppen in Ferienfreizeiten hatte ich keine Erfahrungen mit Kindern oder Jugendlichen und deren Bedürfnissen. Das Studium hat diesem Unwissen nichts entgegengesetzt – außer einigen mehr oder weniger schlüssigen pädagogischen Theorien. Aber Theologie zu studieren war spannend, bereichernd, herausfordernd und brachte mich und meinen Glauben oft an seine Grenzen. Nun unterrichte ich schon seit 23 Jahren Evangelische Religion am Hansa-Gymnasium in Stralsund. Als Religionslehrerin ist man, gerade im Osten Deutschlands, oft in einer unklaren Situation. Das Fach ist durch Verträge und sogar das Grundgesetz abgesichert. Man wird aber auch immer infrage gestellt: Durch Kolleginnen und Kollegen, die weder die Inhalte noch die Methoden akzeptieren und das mehr oder weniger offen zeigen; durch viele Schülerinnen und Schüler, die wenig religiöses Erfahrungswissen mitbringen und nur schwer zu motivieren sind; aber auch durch einige Eltern, die »streng konfessionellen« Unterricht mit viel Bibellektüre erwarten, und durch die anderen Eltern, die das Fach vehement ablehnen und ihm seine Berechtigung absprechen. Sich dadurch nicht verunsichern zu lassen, aber auch nicht zu verhärten, ist mir hoffentlich gelungen. Dadurch haben sich mein Glauben und mein Selbstverständnis verändert: Ich bin weitherziger und gnädiger geworden. Obwohl ich als Lehrerin gerne bei jedem und jeder etwas hinterlassen würde, habe ich akzeptiert, dass das nicht immer gelingt. Ich darf die Schülerinnen einfach eine Weile begleiten.

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