Dudelfunk oder Radiokultur
Rund 67 Millionen Deutsche schalten täglich das Radio ein. Das besagen die Zahlen der Medienforschung. Millionen schalten ein, aber hören sie auch zu? Kein Zweifel: Die meisten lauschen nur beiläufig. Für sie ist das Radio eine Maschine, die Musik liefert – Musik in unterschiedlicher »Farbe«, von »Easy Listening« bis Hardrock. Dazu wünschen sie sich noch minimale Informationen: Uhrzeit, Wetter, Nachrichten. Seit Jahrzehnten sprechen die Rundfunkleute bei diesem Modell vom »Begleitradio«, das den Hörer bei anderen Tätigkeiten »begleitet«, beim Frühstücken, Bügeln oder Autofahren. Gegentypus war einmal das »Einschaltradio«, ideal gedacht als Folge von Sendungen, die der Hörer gezielt auswählt, vom »Landfunk« bis zum »Nachtstudio«. Dieses Konzept hat ausgedient. Alle setzen heute auf »Durchhörbarkeit«.
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Hintergrund Noch wird Radio hauptsächlich über UKW gehört. Aber die analoge UKW-Technik hat Schwächen: geringe Senderreichweite, keine CD-Qualität. ARD und Gerätehersteller propagieren deshalb die Umstellung auf digitale Ausstrahlung, in erster Linie auf »Digital Audio Broadcasting« (DAB). Im nächsten Jahr soll es eigentlich losgehen. Allerdings hat es die Gebührenkommission KEF abgelehnt, die nötigen Gelder freizugeben. Auch die meisten Privatsender sind gegen DAB. Hans Dieter Hillmoth vom hessischen »Hitradio FFH« meint: »Die Radiomusik spielt längst im Internet.« Denn immer mehr Hörer benutzen als Empfangsgerät den PC oder Laptop.
