Globaler Machtkampf
Die Amerikaner sind nervös. Präsident Obama macht die exportstarke Bundesrepublik für die US-Auslandsschulden verantwortlich. Seit Monaten führen die USA einen Währungskrieg gegen China. Notenbankchef Ben Bernanke flutet den Markt mit Dollars. Und bei den Teilwahlen zum Kongress votierten viele Amerikaner für ihre Sehnsucht nach dem alten Amerika. Die hektischen Reaktionen sind mehr als nur Reflexe der Wirtschaftskrise. Sie sind Symptome einer globalen Machtverschiebung: Die US-Wirtschaft verliert an Boden, China gewinnt – und Europa schaut zu.
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G20: CluB der MachtlosenFast ohne Beschlüsse reisten die Regierungsvertreter der zwanzig wichtigsten Industrie- und Schwellenländer von ihrem Treffen in Seoul wieder ab. Zu groß waren die Differenzen zwischen den USA und den anderen. Den Europäern und Asiaten werfen die Amerikaner eine extreme Exportorientierung vor, die zu globalen Ungleichheiten führe. Die chinesische Währung halten die US-Amerikaner für unterbewertet, sodass die Chinesen billig exportieren können. Am Ende konnten die USA wenig bewegen. Sieht man von sanften Regulierungen der Finanzmärkte ab, blieb der Gipfel ergebnislos.
