Corona-Demos
Der schwarze Tag von Leipzig
Sie kamen daher wie recycelte Veteranen der Friedensbewegung – mit Friedenstauben- und Peace-Fahnen, Öko-Schuhen und wallenden Kleidern, Mantra-Gesänge auf den Lippen, von weit her angereist, mit der gehörigen Portion von Selbstbegeisterung und Egoismus: Meine Freiheit gehört mir! Wer wollte ihnen gute Absichten absprechen – zumal wenn sie rufen: »Frieden, Freiheit, Demokratie«? Was kann falsch sein an einer Kundgebung, auf der einer der Protagonisten der Friedlichen Revolution spricht, und später mit Kerzen um den Ring gegangen wird? Muss da nicht jeder und jede feuchte Augen bekommen, der – weil er oder sie sich inzwischen in einer »Diktatur« wähnt – die Grundfesten des Kanzleramtes zerbrechen und Merkel vor der Knast-Einlieferung sieht?
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Christian Wolff, geb. 1949, war von 1992 bis zu seinem Ruhestand 2014 Pfarrer an der Thomaskirche in Leipzig. 2014 war er Initiator von »Willkommen in Leipzig – eine weltoffene Stadt der Vielfalt«, einer Initiative gegen Legida. Wolff betreibt einen Blog www.wolff-christian.de/blog, in dem dieser für uns überarbeitete Text zuerst erschienen ist.
