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Beten
In den Spuren Abrahams

Manche sind immer da und mir inzwischen ans Herz gewachsen. Andere kommen von weiter weg, wollen einfach nur einmal diese Form des Betens kennenlernen. Alle zusammen helfen sie uns nicht nachzulassen in unseren Suchbewegungen.
von Stosch vom 20.11.2025
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(Illustration: Schneider; Fotovorlage: Godong/Alamy Stock Photo)
(Illustration: Schneider; Fotovorlage: Godong/Alamy Stock Photo)

Seit über zwei Jahren beten meine jüdische Kollegin A., meine muslimische Kollegin N. und ich jeden Donnerstag um 14 Uhr für eine halbe Stunde im Room of One am Kreuzgang des Bonner Münsters um Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung. Die ganze Zeit war unser Gebet vom Gazakrieg begleitet und hat uns immer wieder herausgefordert. Immer wieder bekomme ich besorgte Briefe von konservativen Christen, die mir klarmachen wollen, dass ich auf keinen Fall mit Juden oder gar Muslimen zusammen beten darf. Dabei beten wir alle nur auf die je eigene Weise – nacheinander und nebeneinander. Schon meiner jüdischen Kollegin ist viel zu wichtig, dass ihr Beten eine zutiefst jüdische Angelegenheit ist, als dass sie akzeptieren könnte, dass wir gemeinsam beten. Das ist bei meiner muslimischen Kollegin anders. Sie kann und will unseren Einsatz so verstehen, dass wir auch zusammen beten. Und tatsächlich legt ja auch der Koran Wert darauf, dass Christen, Juden und Muslime auf der Ebene des Rituals gemeinsame Formeln finden. Aber spätestens, wenn ich Christus anrufe und die trinitarische Gebetsformel verwende, ist auch sie raus. Und anders als durch, mit und in Christus kann und will ich nicht beten.

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