Deutsches Gift unter russischem Himmel
Fassungslos steht Swetlana Slobina vor der Urananreicherungsanlage der Firma Urenco im nordrhein-westfälischen Gronau. Die 35-jährige Journalistin ist extra aus dem fernen Angarsk, einer sibirischen Industriestadt am Baikalsee, angereist, um mit der Firmenleitung zu sprechen. Doch die hatte sich mit Händen und Füßen gegen ein Gespräch mit der Umweltschützerin gewehrt. »Dabei wollte ich mich doch nur für den Atommüll bedanken, den Urenco von 1996 bis Ende 2009 in meine Heimatstadt Angarsk transportiert hat«, sagt die blonde Frau ironisch. Dann zählt sie die Steine auf, die man ihr im Vorfeld des Gespräches in den Weg gelegt hatte: Mal hatte die Firma auf eine drei Wochen dauernde Sicherheitsüberprüfung verwiesen, die bei allen Besuchern erforderlich sei. Ein andermal hieß es, der Chef sei nicht vor Ort. Dann wurde erklärt, wegen einer Berlin-Reise sei ein Treffen nicht möglich.
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