Zeit der Lügen
Eigentlich hätte nach Tschernobyl alles klar sein können: ein Kernkraftwerk kann explodieren, sich völlig zerstören. Die radioaktiven Wolken ziehen Tausende Kilometer weit, Millionen ahnungsloser Menschen werden vom Fallout getroffen, die Bewohner großer Gebiete müssen evakuiert werden, auf Jahrzehnte bleiben große Gebiete unbewohnbar. Die einzig mögliche logische Konsequenz kann nur lauten: so schnell wie möglich raus aus dieser Technologie. Doch die Katastrophe von Fukushima beweist einmal mehr, dass Logik in der Atompolitik nicht zählt.
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Sebastian Pflugbeil ist Physiker. Als Minister ohne Geschäftsbereich in der letzten DDR-Regierung wickelte er die Atomkraftwerke der DDR ab. Seit 1999 ist Pflugbeil Präsident der Gesellschaft für Strahlenschutz. Sie versucht derzeit, der japanischen Anti-Atomkraft-Bewegung technologisch zu helfen.

