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Milena Michiko Flašar: Zuversicht
Aufgeben und an morgen denken

Scheitern gehört zum Leben – auch zu dem einer Schriftstellerin. Da braucht es Zuversicht. Aber eine, die sich ihrer selbst nicht allzu sicher ist.
von Milena Michiko Flašar vom 11.01.2025
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Die Zuversicht braucht ihren negativen Konterpart. Ohne ihn – die Verzweiflung – wäre sie nicht komplett: So sieht es die Schriftstellerin Milena Michiko Flašar (Foto: Julius Erler)
Die Zuversicht braucht ihren negativen Konterpart. Ohne ihn – die Verzweiflung – wäre sie nicht komplett: So sieht es die Schriftstellerin Milena Michiko Flašar (Foto: Julius Erler)

Es ist ein Uhr nachts. Um mich herum herrscht Stille. In dem Hinterhofhaus, auf das ich blicke, sind nacheinander die Lichter ausgegangen. Irgendwo läuft ein Fernseher. Jemand hustet. Davon abgesehen aber scheine ich die Einzige zu sein, die zu dieser gottverlassenen Zeit noch an ihrem Schreibtisch sitzt. Seit Stunden ringe ich um ein Wort. Ich versuche, es der Stille abzuringen, die sich wie Watte in meine Ohren gelegt hat. Ein vieldeutiges soll es sein. Eines, das mehr als nur eine Auslegung zulässt. Ein Wort, dem aufgrund seiner Reichhaltigkeit eine besondere Schwingung anhaftet. Es soll vibrieren. Das Wort. Es soll dem Satz, zu dem es gehört, sowohl Tiefe als auch Kante verleihen. Was mir einfällt, sind jedoch bloße Lückenfüller. Ich tippe – und lösche. Ich tippe – und lösche.

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Schlagwort: Zuversicht
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