Theater
Kirchenkrise im Theater
Der Glaube ist echt. Der Rest ist Theater. Vielleicht kann deshalb die Performance zweier junger Theaterforschender dieses Echo in Zuschauerinnen und Zuschauern hervorrufen: eine Mischung aus Wiedererkennen, Zerrissenheit und Ernsthaftigkeit. »Die letzte Messe. Ein Gottesdienst für die schließende Kirche« nennt sich die Arbeit, die ursprünglich als sogenanntes Re-Enactment gedacht war – also als das tatsächliche Vollziehen einer katholischen Messe, ohne Als-ob. Dafür hatten die beiden Studierenden der Szenischen Forschung Yasemin Peken (27 Jahre) und Christian Minwegen (30 Jahre) sehr schnell die Rollen verteilt. Schon allein, weil es um die katholische Kirche geht und er der Mann ist. Aber auch, weil sie gar nicht getauft ist und Christian mit und in der Kirche aufgewachsen ist: Sein Großonkel war Priester und hat auch Christian – mit dem Beinamen »Maria« – getauft. Christian war lange Messdiener, pilgerte nach Trier. Sein Glaube, das merkt man in der Performance deutlich, ist echt. Nur der Ort dafür, der ist ihm im Laufe der Zeit und mit der Krise der Kirche immer mehr abhandengekommen.
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