Hannah Arendt und das riskante Denken
Hannah Arendt war nicht daran interessiert, Merksätze zu erfinden. Was so eingängig war, dass es heute Postkarten, Kalenderblätter und politische Kommentare ziert, sagte sie so kaum ein zweites Mal. »Niemand hat das Recht zu gehorchen« ist so ein Satz. Eigentlich lautete er: »Kein Mensch hat das Recht zu gehorchen bei Kant.« Arendt sagte ihn in einem Radiointerview, um die Behauptung des Naziverbrechers Adolf Eichmann, er habe sich auf Kants Pflichtbegriff berufen und deshalb Befehlen gehorcht, als »Unverschämtheit« zu entlarven.
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Die Ausstellung »Hannah Arendt und das 20. Jahrhundert« kann bis zum 18.10. im Deutschen Historischen Museum in Berlin besucht werden (digitale Angebote auf www.dhm.de). Die gleichnamige Publikation (228 Seiten. ca. 80 Abbildungen. 22 €) ist im Piper Verlag erschienen.
