Kultur und Politik
In der Kampfzone
Früher wehten vor dem Berliner »Museum Karlshorst« neben der deutschen Flagge die Flaggen Russlands, von Belarus, der Ukraine. In dem Gebäude unterzeichneten am 8. Mai 1945 Wehrmachtsoffiziere die Urkunde über die Kapitulation Nazideutschlands. Seit 1967 befindet sich darin ein Museum. In der DDR-Zeit konzentrierte es sich auf die sowjetische Sicht auf den Krieg. Heute firmiert es als »Deutsch-Russisches Museum«. Seit dem 24. Februar, dem Tag, an dem Putin die Ukraine angreifen ließ, hisst das Museumsteam nur noch die blau-gelbe Flagge. Auch den Schriftzug »Deutsch-Russisches« am Eingang ließ Museumsdirektor Jörg Morré überkleben. Er wolle die Aktion »nicht als spontane Aufkündigung der deutsch-russischen Beziehungen« verstanden wissen, erklärt er, »sondern als Ausdruck von Solidarität mit der Ukraine«.
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Josefine Janert ist freie Journalistin und lebt in Berlin.

