Installation
Raum zum Sterben
Ein schlichter, sanft beleuchteter Raum mit weißen Wänden, edlem Parkett, braunen Bodenleisten, Fensterbänken – aufgebaut auf einer Theaterbühne. Gegenüber: Ein leerer Zuschauerraum mit hochgeklappten Sitzen. Auf der Bühne des Staatstheaters Darmstadt, wo der Raum Anfang des Jahres stand, spielen normalerweise Schauspieler und Schauspielerinnen vor Publikum. Doch das dürfen sie aktuell nicht. Stattdessen war auf der Internetseite, auf der sich sonst das Theater präsentiert, drei Tage und drei Nächte der menschenleere Raum im Live-Stream zu sehen. Einziger körperlich anwesender Zuschauer war der Schöpfer des Raumes, der Künstler Gregor Schneider. Mit Mundschutz ausgestattet sah er stumm in den erleuchteten Raum hinein. Als würde er wachen und warten. Rund 10 000 Menschen verfolgten das Nicht-Geschehen über ihre Bildschirme. Durchschnittlich zehn bis zwanzig gleichzeitig, über mehrere Minuten. Viele kamen wieder.
Sie haben bereits ein
-Abo? Hier anmelden

