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Die Welt am Scheideweg

Amerika wählt einen neuen Präsidenten. Der Wahlausgang wird auch für Deutschland und Europa Konsequenzen haben. Egal ob Donald Trump gewinnt oder Joe Biden.
von Christoph Seils vom 02.11.2020
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Angespanntes Verhältnis: USA und Europa (Zeichnung: PA/Die Kleinert/Paolo Calleri)
Angespanntes Verhältnis: USA und Europa (Zeichnung: PA/Die Kleinert/Paolo Calleri)

Die Deutschen und die Westeuropäer haben sich angewöhnt, mit einer Mischung aus Bewunderung und Verachtung auf die USA zu blicken. Epochale politische Ideen und großartige Künstler haben sie hervorgebracht, für Demokratie und kreative Freiheit steht das Land. Gleichzeitig spaltet Rassismus die amerikanische Gesellschaft tief. Die Kluft zwischen Arm und Reich ist riesig. Im Zweiten Weltkrieg haben amerikanische Soldaten in Europa westliche Werte verteidigt, im Vietnamkrieg haben sie diese verraten. Als globale Ordnungsmacht sind die USA häufig zu Recht kritisiert worden. Gleichzeitig lässt sich in Syrien beobachten, welche Folgen es hat, wenn sich diese Ordnungsmacht aus einer instabilen Weltregion zurückzieht. Einerseits eskalierte dort der Bürgerkrieg, andererseits löste dieser 2015 eine Flüchtlingskrise aus, die Europa an den Rand der Überforderung gebracht und in ein schier unauflösliches moralisches Dilemma gestürzt hat.

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