Salman Rushdie im Porträt
Der Überlebende
In dem Anschlag auf Salman Rushdie vereinigt sich so viel bittere Ironie, dass eine Erzählung darüber fast von ihm selbst stammen könnte. Er selbst hat den Islam nie beleidigen wollen, hat mit seinen Büchern für viele im Okzident den Orient erst fassbar gemacht. Ayatollah Khomeini, der 1989 die Fatwa gegen den Autoren der »Satanischen Verse« sprach und ein Kopfgeld aussetzte, das dessen Leben nicht vernichtete, aber zur Hölle machte, hat das Buch angeblich nie gelesen. Und Rushdie hatte seit einigen Jahren wieder das Gefühl, einigermaßen in Freiheit leben zu können. Oder, wie er es einmal ausdrückte, »einfach zu Hause sein, Geschichten schreiben und sie in die Welt schicken«. Das war ihm jahrzehntelang verwehrt, wie Rushdie es in seiner beklemmenden, 2012 erschienenen, grandiosen Autobiografie »Joseph Anton« beschreibt. Dazu verdammt, die wichtigsten seiner fiktiven Themen – wie Exil, Ächtung, Trennung, persönliche Neuerfindung – selbst auszuleben.
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