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Kirchenaustritte
Selbstständig glauben

Viele Menschen verlassen die Kirchen – das ist kein Grund zur Beunruhigung.
von Christoph Fleischmann vom 11.07.2024
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Die Abstände werden größer: Nur noch wenige Menschen suchen in den Kirchen nach Deutung ihres Lebens (Foto: PA/Eibner-Pressefoto/Fleig)
Die Abstände werden größer: Nur noch wenige Menschen suchen in den Kirchen nach Deutung ihres Lebens (Foto: PA/Eibner-Pressefoto/Fleig)

Fast 800 000 Menschen sind im vergangenen Jahr aus der evangelischen oder katholischen Kirche ausgetreten (siehe Seite 40). Die Gründe für Austritte können vielfältig sein: Selbst wer nur die Kirchensteuer sparen will, befreit sich nicht nur von einer finanziellen Last. Vielmehr entledigt sie oder er sich auch von der theologisch nicht begründbaren Zumutung, dass nur, wer zahlt, Mitglied einer der beiden Großkirchen sein kann. Den Kirchen fällt auf die Füße, dass sie die für sie bequeme Zahlung der Kirchensteuer faktisch zum notwendigen Bestandteil des Christseins erklärt haben – eine deutsche Besonderheit. Viele Menschen wollen ihr Geld nicht mehr einer Organisation anvertrauen, deren Leitungen sich vielfältig diskreditiert haben. Freie Menschen verfügen frei über ihr Geld.

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