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Aufgefallen
Plötzlich steht dieser Mann neben ihr

Sarah Vecera kämpft gegen Rassismus in der Kirche. Hassmails hat sie schon viele bekommen. Doch auf einmal ist die Gefahr ganz real.
von Judith Bauer vom 05.04.2023
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Die Bedrohung am eigenen Leib zu erfahren verändert einiges, sagt Sarah Vecera (Foto: Stephan Schütze)
Die Bedrohung am eigenen Leib zu erfahren verändert einiges, sagt Sarah Vecera (Foto: Stephan Schütze)

Es ist das erschreckende Ende eines bis dahin schönen Abends: Die evangelische Theologin Sarah Vecera hat vor 70 Menschen in einer Leipziger Kirche ihr Buch »Wie ist Jesus weiß geworden?« vorgestellt. Es ist fast Zeit, aufzubrechen, da steht ein Mann aus der letzten Reihe auf und geht auf die Bühne zu. Er ist Vecera zuvor schon aufgefallen, weil er sichtlich nervös eine Frage gestellt hatte. Es ging ihm um die »Ideologie« einer rassismuskritischen Kinderbibel und ihre Auswirkungen auf Kinder. Der Mann trägt eine Sonnenbrille und eine Mütze, in der Hand hält er einen Blumenstrauß. Vecera findet das alles merkwürdig, aber niemand hält ihn auf. Er steigt zu ihr auf die Bühne und sagt, so wie Judas Jesus mit einem Kuss verraten habe, wolle er sie jetzt küssen. Er kommt auf sie zu – und Sicherheitsleute gehen dazwischen. Im Handgemenge, das darauf folgt, rennt der Mann davon.

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