Altersvorsorge
Die Mär von der maroden Rente
Menschen mit müden Gesichtern eilen durch die Bahnhofshalle. Es ist sechs Uhr morgens. Im Hauptbahnhof von Aschaffenburg hält Björn Wortmann den Vorbeikommenden eine Papiertüte entgegen und fragt: »Wo arbeiten Sie?« oder: »Hätten Sie gerne einen Müsliriegel?« Bleibt jemand stehen, hakt der Vorsitzende des DGB-Kreisverbandes Aschaffenburg-Miltenberg nach: »Wissen Sie, wie viel Rente Sie einmal bekommen, wenn das Rentenniveau weiter sinkt?« Auf einem Rentenrechner, der ähnlich aussieht wie eine Parkscheibe, zeigt er es: Wer heute 3000 Euro brutto verdient, bekommt, wenn das Rentenniveau auf 43 Prozent abgesenkt werden sollte, nur 960 Euro Rente im Monat – »aber nur, wer vierzig Jahre Vollzeit gearbeitet hat, ohne Unterbrechung«, erklärt der Gewerkschaftsfunktionär. Ein Unding, findet der 39-Jährige, denn: »Wer jahrelang eingezahlt hat, muss ein auskömmliches Leben in der Rente haben.«
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