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Familie in Krisenzeiten
Die Rückkehr der heiligen Mutter

Krisen wie die Corona-Pandemie und der Ukraine-Krieg verhelfen überholt geglaubten Frauen- und Familienbildern zu einem Revival. Emazipatorische Errungenschaften stehen infrage.
von Klaas Huizing vom 13.07.2022
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Ikone Mutter mit Kind: Eine Geflüchtete aus der Ukraine mit ihrem Baby. (Foto: Getty Images / Dan Kitwood)
Ikone Mutter mit Kind: Eine Geflüchtete aus der Ukraine mit ihrem Baby. (Foto: Getty Images / Dan Kitwood)

Wir leben zwischen den Zeiten. Soeben haben wir noch über den Gender-Pay-Gap diskutiert, also die vom Statistischen Bundesamt belegte Tatsache, dass 2021 für Frauen der durchschnittliche Stundenlohn 18 Prozent niedriger lag als bei den Männern. An diesem Loch haben, blickt man zurück, viele geschaufelt: Kirchen, indem sie die Betreuung der Kinder durch die Mütter als das beste Modell propagierten: Prompt stiegen Frauen oft Jahre aus dem Beruf aus und kehrten dann in Teilzeit oder schlecht bezahlte Care-Berufe zurück; die Sozialpolitik, die über Jahrzehnte zu wenig Kinderbetreuungsangebote und Ganztagsbetreuung bereithielt; eine Industriepolitik, die etwa im Saarland und in Nordrhein-Westfalen eine monostrukturierte Wirtschaft von Kohle und Stahl förderte und für Frauen nicht genügend Arbeitsplätze bereitstellte (erst seit 2009 ist es laut Bundesberggesetz auch Frauen erlaubt, unter Tage zu arbeiten; auch der Hochofen galt als »Männerwelt«) und eine Steuerpolitik, die im Rahmen des Ehegattensplittings Teilzeitarbeit und Minijobs größtenteils für Frauen bis heute attraktiv macht. Mit Blick auf die daraus resultierenden unterschiedlich hohen Renten von Männern und Frauen wird die Lücke zum Krater. Bei einer Scheidung drohen den danach mehrheitlich alleinerziehenden Frauen oft der soziale Abstieg und Altersarmut.

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