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Investigativ-Report AfD, Teil IV
Früchte des Zorns

Kader der Jungen Alternative machen innerhalb der AfD Karriere, andere tauchen ab. Insgesamt hat die Partei 2019 eine Art Sättigungsgrad erreicht. Der Aufstand von rechts wirkt erschöpft.
von Jan Rübel vom 08.07.2021
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 (Foto: pa/Maurer [Mod.])
(Foto: pa/Maurer [Mod.])

Die Junge Alternative schickt ihre Kader weiter die Parteistufen hinauf. Es ist Februar 2019. Thorsten Weiß steht vor elf besetzten Tischen eines »Jugoslawischen Grillhauses« in Berlin-Reinickendorf und erklärt, warum er nach Straßburg will. »Diese Institution muss möglichst schnell abgeschafft werden«, sagt er heiser. Er ist jetzt 35. Der Wahlkampf legt sich auf seine Stimmbänder, hier bei einem AfD-Stammtisch: Weiß ist Kandidat mit Listenplatz 14 für das Europäische Parlament, auf das er nicht gut zu sprechen ist; der Sitzungssaal dort sei voller abgenutztem und abgewetztem Kunstleder, »vielleicht gibt das wieder, was von dieser Institution zu halten ist«. Institution. Er benutzt dieses Wort oft. Es drückt eine Ferne aus. Im Restaurantsaal hier sitzen die 30 Zuschauer auf dickem, roten Stoffpolster. Weiß beginnt eine Tour durch die Gefahrenwelt der AfD, berichtet von »Opfern wegen Werteverfall und zunehmender Migration«, klagt, »dass gerade deutsche Kinder Mobbingopfer werden«. Am Nebentisch bestellt ein Mittfünfziger ein Helles. »Ein Pils?«, fragt der Kellner. »Ich will ein Helles!«, zischt der Mann und seufzt.

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