Ja-Nein-Entscheidungen reichen nicht
Nichts ist einfacher und befriedigender, nichts gelingt enthusiastischer als ein Plädoyer für mehr direkte Demokratie – vor allem dann, wenn man sich nicht auf deren Voraussetzungen und Folgen einlassen muss. Und ich bin ja durchaus auch dafür – und vom bayerischen Bienen-Volksbegehren angetan. Schließlich gibt es wirklich Anlass, darüber nachzudenken, wie unsere so selbstverständlich gewordene, aber trotzdem unter Wellen von Missstimmungen leidende repräsentative Demokratie verlebendigt, wie ihre Glaubwürdigkeit vermehrt, ihre Legitimität gestärkt werden kann.
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Wolfgang Thierse, geboren 1943, früherer Bundestagspräsident, Mitherausgeber von Publik-Forum, antwortet mit diesem Essay auf ein Plädoyer von Roland Kipke, der an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt Philosophie lehrt. Kipke plädiert darin für mehr direkte Demokratie.
