Corona und Theologie
Ohne Gott vor Gott
Kann man sich auf die Corona-Pandemie einen religiösen Reim machen? Was bedeutet sie für unsere Deutung der Beziehung zwischen Gott und Welt? Was offenbart sie? Diese Fragen sind einstweilen unbeantwortet geblieben. Die von Theologen häufig bemühte Kompetenz zur Deutung der »Zeichen der Zeit« wurde angesichts eines pandemischen Zeitzeichens bisher nicht unter Beweis gestellt. Weithin üben sich die meisten Gottesgelehrten in Zurückhaltung, das Virus als Überbringer einer göttlichen Botschaft zu deuten. Nicht zu Unrecht: Wer aus den säkularen Zeichen der Zeit zugleich etwas religiös Belangvolles herauslesen will, setzt sich der Gefahr eines theologischen Kurzschlusses aus.
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Hans-Joachim Höhn ist Professor für systematische Theologie und Religionsphilosophie an der Universität Köln.

Die Corona-Krise
