Sozialprotokoll
»Meine Pläne wurden von Corona durchkreuzt«
Dass Dinge sich so rasant ändern können! Das hätte ich nicht gedacht. Ich absolvierte ein Soziales Jahr als Freiwillige in Taizé, der ökumenischen Ordensgemeinschaft in Burgund mit ihren großen Jugendtreffen im Sommer. Doch am 16. März wurden meine Pläne von Corona durchkreuzt. Um 14 Uhr erfuhren wir Freiwilligen, dass wir noch am selben Tag wegen des Virus nach Hause fahren mussten. Schon am nächsten Tag sollte in Frankreich der umfassende Lockdown beginnen. Das war ein enormer Schock. Ich hatte nur eine Stunde Zeit, um zu packen. Sachen für ein ganzes Jahr hatte ich dabei. Wir zwanzig deutschen Jugendlichen versuchten hektisch, einen Weg nach Deutschland zu finden. Die Züge waren entweder ausgebucht oder fielen aus, Leihwagen standen nicht mehr zur Verfügung. Mitten in der Nacht wurden wir schließlich von Taizé-Brüdern an die Grenze gefahren, in ein Dorf. Über eine Brücke sind wir rüber nach Deutschland gelaufen. Dort erwarteten uns einige Eltern. Das alles ähnelte mehr einer Flucht als einer Abreise. Es fiel mir schwer, mich so überstürzt von den anderen Freiwilligen, die zu Freunden geworden waren, verabschieden zu müssen.
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