Gasbohrung vor Borkum
Wenn aus Borkum »Bohrkum« wird
Melanie Helms ist sichtlich bewegt. Fast muss sie anfangen zu weinen, als sie auf die Bühne tritt. Sie ist die stellvertretende Bürgermeisterin von Borkum, einer kleinen Nordseeinsel mit nicht einmal 5000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Doch ihr Amt ist an diesem Tag zweitrangig. »Ich stehe hier als Borkumerin und als Mutter zweier Töchter«, ruft die SPD-Politikerin vor mehreren Hundert Menschen, die sich in einem kleinen Park zwischen Inselbahnhof und Touristen-Information drängen. »Dieses Meer gehört nicht Konzernen – es gehört uns allen.« Applaus brandet auf, der Ton ist gesetzt. Unter ihrem Blazer trägt Helms ein T-Shirt. Darauf zu sehen: eine Robbe, umrahmt von Windrädern und einer Sonne. Die Robbe reckt ein Schild in die Höhe: »Exit Gas«. Es ist nicht der einzige Slogan an diesem Vormittag. Viele der Anwesenden halten Plakate mit Aufschriften wie: »Zukunft statt Zerstörung« oder »Hände weg vom Wattenmeer!« in die Höhe.
Sie haben bereits ein
-Abo? Hier anmelden
Steve Przybilla lebt in Bonn und recherchiert Geschichten in der ganzen Welt. Dieser Text ist zuerst bei RiffReporter erschienen. Die Recherche wurde von der HERING-Stiftung Natur und Mensch gefördert.

