Wo Religionen Frieden stiften
Tagtäglich finden sich in den Medien Meldungen über religiösen Fanatismus. Gewalt wird an vielen Orten der Welt fatalerweise mit Heiligen Schriften legitimiert. In Syrien und im Irak wütet der »Islamische Staat«, in Israel und Palästina bekämpfen sich Juden und Muslime, in Myanmar verfolgen Buddhisten Muslime, in Indien greifen Hindus Andersgläubige an. Da drängt sich der Gedanke auf, die Religionen seien Kriegstreiber und die Welt wäre ohne sie vielleicht eine bessere –, wie es jüngst der Dalai Lama formulierte.
Doch die Religionen sind auch Friedensstifter. Die Geschichten von Menschen, die sich aus religiöser Motivation heraus für den Frieden einsetzen, verhallen jedoch oft ungehört. Die Beispiele von Religionsgemeinschaften, religiös motivierten Gruppen oder einzelnen Gläubigen, die die Welt aufgrund und mit ihrer Religion zu einem besseren Ort machen, schaffen es selten in die Medien.
Dabei gibt es sie! Frauen in Argentinien, die dem Militärregime einst die Stirn boten und heute zu einer einflussreichen Gemeinschaft geworden sind. Männer in Israel und Palästina, die ein gemeinsames Geschichtsbuch veröffentlichen, um die jeweils andere Seite besser verstehen zu können. Pilger in Kambodscha, die durch das von Minen übersäte Land ziehen und für den Frieden werben. Muslimische Religionsgelehrte in den Vereinigten Arabischen Emiraten, die Wege suchen, dem Missbrauch ihrer Religion durch Fanatiker Einhalt zu gebieten.
Ergänzend zum aktuellen Publik-Forum Dossier mit dem Titel »Kann Religion Frieden?« möchten wir einige dieser mutmachenden Beispiele hier vorstellen. Die folgende Übersicht erhebt selbstverständlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Aber sie zeigt, dass es auf allen Kontinenten und über alle Religionsgrenzen hinweg Menschen gibt, die den Frieden aktiv fördern. Klicken Sie sich durch unsere Weltkarte! Und lassen Sie sich überraschen.
