Der Strom und die Moral
Nach dem Atomunfall in Fukushima scheint die Energiewende plötzlich greifbar: Erneuerbare Techniken fördern, neue Stromtrassen bauen, Speichermöglichkeiten schaffen. Schließlich brauchen wir auch sauberen Strom, wenn der Wind nicht weht oder die Sonne nicht scheint. Dies ist ist nicht einfach, nicht billig, nicht leicht durchsetzbar, aber sicher nicht unmöglich. Andererseits darf die Suche nach technischen Lösungen nicht darüber hinwegtäuschen, dass es bei der Energiewende um weit mehr geht als um den Umstieg auf neue Techniken. Es geht um eine geistige Neuorientierung der Gesellschaft.
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Atomkraft, Kirchen und LebensstilKritiker der Atomkraft fordern auch eine Umkehr des Lebensstils. Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick will einen sofortigen Atomausstieg und einen sofortigen Einstieg in einen bescheideneren Lebensstil. Gerade die Fastenzeit stelle eine Zeit der Umkehr und Neuausrichtung dar: »Wir brauchen größere Bescheidenheit in allem, was wir tun, in allem, was wir verbrauchen, auch in allem, was wir reden.« Ähnlich äußert sich die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau: »Wir müssen uns auch selbst wandeln: ökonomisch, sozial, kulturell. Man kann diesen Wandel als große Chance für ein gerechteres Miteinander von Mensch und Umwelt auf der gesamten Erde begreifen.«
