Kritik, Mut und Respekt
In der Medienwelt wird darüber gestritten, ob Tages- und Wochenzeitungen den »Qualitätsjournalismus« für sich allein beanspruchen dürfen oder ob auch Weblog-Autoren exzellente journalistische Arbeit leisten können. Verleger und Journalistenvertreter argumentieren, dass nur die klassischen Printmedien über das Handwerk und die nötigen Sicherungsmechanismen verfügten. Die Netzgemeinde verweist auf die Enthüllungserfolge einzelner Blogger und auf die Informations- und Meinungsvielfalt, die das »basisdemokratische« Internet ermögliche. Sie sieht im »Qualitätsjournalismus« einen Kampfbegriff, mit dem die etablierten Zeitungen ihr Reich verteidigten. Ein Blogger hat ihn als »Unwort des Jahres« vorgeschlagen.
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Hintergrund: Strategien der Qualitätsverbesserung
Die Frontseiten mancher Zeitungen anzuschauen ist ein intellektuelles Vergnügen. Besonders glänzen dabei die Frankfurter Rundschau, die FAZ und die taz: Man sieht hochinformative großformatige Fotos und hintergründig-gescheite Schlagzeilen. »Bleiwüste« ade! Die Verbesserung der Optik ist eine der Strategien, mit denen die Zeitungen ihre Leserschaft halten oder zurückgewinnen wollen.
Andere Strategien sind: mehr Sonderseiten, späterer Redaktionsschluss, verstärkter Einsatz eigener Korrespondenten, größere Investitionen in die Recherche, zentrale Steuerung am »Newsdesk«, verstärkte Leser-Blatt-Bindung. ? Alles Strategien der Qualitätsverbesserung.
