Ausstieg aus der AtomkraftNicht ökologisch Sühnetod am Kreuz?Der Westen ist nicht schuldReiche und SchmarotzerGroße WiderständeGeistige Heimat
Ich bin Physikerin und finde, dass die Kernkraftwerke lieber heute als morgen abgeschaltet werden sollten. Aber die Probleme werden nur ungenügend angesprochen. Die Befürworter der erneuerbaren Energien erwecken häufig den Eindruck, dass nur die Kern- und Kohlekraftwerke durch Solar-, Wind- und Biogasanlagen sowie herkömmliche Fahrzeuge durch elektrisch betriebene ersetzt und die Hausfassaden gedämmt werden müssten, und das Leben könnte weitergehen wie bisher. Das ist ein Irrglaube, und man sollte das den Menschen auch sagen. Sonnenenergie und alle ihren rezenten Umwandlungsformen haben eine viel geringere Energiestromdichte, als sie mit fossilen Energieträgern und erst recht Kernkraft zu erreichen ist. Die energetische Rendite und damit auch die monetäre ist deutlich kleiner als bei fossilen Energieträgern und Kernkraft. Wenn wir unseren Energiebedarf ausschließlich aus erneuerbaren Energiequellen decken wollen – und dazu gibt es letztlich wohl keine Alternative –, wird kein Weg daran vorbeiführen, Verzicht auf materiellen Reichtum zu üben, und zwar massiv. Je eher wir auch damit anfangen, desto besser.
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Anmerkung der Redaktion: Ein enormer weltweiter Ausbau der Atomenergie ist derzeit nicht festzustellen. Nach einer Studie der Prognos AG aus dem vorigen Jahr sind weltweit 436 Atomkraftwerke in Betrieb, im Schnitt sind sie 24 Jahre alt. Seit 2002 ist die Zahl der Reaktoren rückläufig. Faktisch gebaut wird derzeit an 37 neuen Reaktoren. Aufgrund der altersbedingten Abschaltungen in den nächsten Jahren rechnet Prognos damit, dass die Zahl der Reaktoren, die installierte Leistung und die Stromerzeugung in Atomkraftwerken in den nächsten Jahren weltweit deutlich zurückgeht, bis zum Jahr 2030 um etwa dreißig Prozent.
