Abschied von der Predigt?
Die Zahl der Gottesdienstteilnehmer nimmt in Deutschland stetig ab. Ob das auch an den Predigten liegt? Der Wissenschaftspublizist Martin Urban jedenfalls kann den meisten Predigten in den kirchlichen Gottesdiensten nicht viel abgewinnen: zu langweilig, zu besserwisserisch, zu sehr von oben herab. Doch seine Kritik ist grundlegender: Können Menschen überhaupt das »Wort Gottes« auslegen, wenn der Zweifel und die Kritik zum Glauben selbst dazugehören? Urban hat da seine Zweifel. Rosemarie Wenner, Bischöfin der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland, ist hier zuversichtlicher. Sie hält die verantwortungsvolle Predigt für unverzichtbar. Kann Gottes Wort überhaupt anders als durch Menschen vermittelt werden?, fragt sie. Und so zeigt sich der Disput über das Predigen im Kern als Auseinandersetzung über die Frage, wie der Glaube heute zeitgemäß, überzeugend, vor allem aber sachgerecht weitergegeben werden kann.
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Martin Urban, geboren 1936, ist Wissenschaftspublizist und war langjähriger Leiter der Wissenschaftsredaktion der Süddeutschen Zeitung.Rosemarie Wenner, geboren 1955, ist seit 2005 Bischöfin der Evangelisch-methodistischen Kirche in Deutschland. Außerdem ist sie Präsidentin der Vereinigung Evangelischer Freikirchen in Deutschland.
Buchhinweis: Martin Urban, »Die Bibel. Eine Biographie«, Verlag Galiani 2009; über den Publik-Forum Shop erhältlich, Best.-Nr. 8804
