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Tod von Papst Benedikt
Auge in Auge mit Papst Benedikt

Der Maler Michael Triegel hat Benedikt porträtiert; der evangelische Theologe Klaas Huizing hat sich den Mann auf dem Bild angesehen und sich von ihm ansehen lassen. Eine existenzielle Erfahrung.
von Klaas Huizing vom 05.01.2023
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Zehn Minuten habe ich mich dem Blick des deutschen Papstes hoch konzentriert ausgesetzt. Jenen Blick, den der Leipziger Maler Michael Triegel, virtuos die Techniken seiner Kollegen aus der Renaissance und des Manierismus beherrschend, auf einem Porträtgemälde von 2010 eingefangen hat. Dieser Blick des Papstes aus einem müden, aber nicht schlaffen Gesicht, das die bäuerliche Herkunft verrät – nur in leichter Untersicht, in minimaler Adorationsperspektive porträtiert –, trifft mich mit Macht: das linke Auge ist verhalten neugierig und freundlich. Ich entdecke sogar einen leichten Anflug von Schalk. Das rechte Auge ist sichtbar verschlossener, zurückhaltender, strenger, prüfender, skeptischer (zweifelnder?). Es drückt Abstand und eine sichtbare und spürbare reservatio mentalis aus, einen geistigen Vorbehalt, vielleicht sogar Widerwillen. Dazu passt der Ecken- oder Winkelblick (angle look), für den sich der Maler entschieden hat. Nicht zwei Seelen, ach, in seiner Brust, sondern zwei Augen, ach, in seinem Gesicht. Eine Melange aus Macht und Schwäche, Prüflust und Skepsis, Zuwendung und Distanz.

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