Das große Trotzdem
Die Corona-Infektionszahlen steigen steil an. Großveranstaltungen wie Buchmesse, Oktoberfest oder Karneval wurden oder werden abgesagt. Da scheint eine Nachricht völlig aus der Zeit zu fallen: »Vom 12. bis 16. Mai 2021 findet in Frankfurt am Main der 3. Ökumenische Kirchentag (ÖKT) statt. Bis zu 30 000 Besucher werden in der Stadt erwartet.« Das klingt – Stand heute – kühn, wenn nicht gar unverantwortlich. »Diese 30 000 Besucher kommen nicht an einem Ort zusammen. Sie verteilen sich auf die Messe, auf Hallen, große Kirchen und Plätze«, gibt Mario Zeißig, Pressesprecher des ÖKT zu bedenken. »Die Gläubigen werden nur so zusammenkommen, wie wir es für verantwortungsvoll halten: mit Abstand, mit Mundschutz, wo geboten, und mit Besucher-Lenkung, sodass es keine Staus und Schlangen gibt.« Die Zauberformel lautet: Dezentral und hybrid. Viele tausend Teilnehmende werden digital zugeschaltet, »… und zwar nicht in digitaler Einsamkeit«, wie die evangelische ÖKT-Präsidentin Bettina Limperg, in einem Interview sagte, »sondern vielleicht aus einem Gemeinderaum in München, einem Krankenhaus oder einem Altenpflegeheim.«
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Johanna Jäger-Sommer ist katholische Theologin und Journalistin. Sie wohnt in Saarbrücken.

