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Das Rätsel um die Vatileaks

Ein verhafteter Kammerdiener, intrigante Kardinäle und ein verwirrter Papst: Die jüngste Skandalgeschichte im Vatikan lässt ahnen, dass es nicht nur um Korruption und Geldwäsche geht - sondern um die nächste Papstwahl
von Hanspeter Oschwald vom 02.06.2012
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(Foto: pa/Picciarella)
(Foto: pa/Picciarella)

Früher wäre die Frage fast ein Sakrileg gewesen. Auf einem Papstflug fragte ein amerikanischer Journalist lässig: »Heiliger Vater, macht Ihnen Ihr Job Freude?« Der Papst, ohne zu zögern: »Nicht immer, vor allem die Akten …« Die Antwort gab nicht Josef Ratzinger, sondern Karol Wojtyla. Das war 1979. Diese Episode verdeutlicht, woran es heute im Vatikan krankt. Jener Wojtyla, Papst Johannes Paul II., kam von weither und hatte keine Ahnung von Kurie und Bürokratie. Er berief Kardinalstaatssekretäre als seine obersten »Macher«. Sie beherrschten den Apparat. Intrigen, Indiskretionen und Irritationen konnte er nicht verhindern. Die sind menschlich bei einer Bürokratie mit über 2500 Beschäftigten. Seine Leute aber hatten den Laden im Griff. Der aus der Kurie stammende Benedikt XVI. aber kontrolliert weder den Apparat noch steht ihm ein Kardinalstaatssekretär zur Seite, der es könnte.

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Schlagwörter: Korruption Papstwahl Vatikan
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