Ökumenischer Kirchentag 2021
Eugen Drewermann über ein Leben in der Weise Jesu
Zur zweiten Veranstaltung der Leserinitiative Publik-Forum e.V. aus Anlass des Ökumenischen Kirchentages 2021 war Eugen Drewermann eingeladen. Er hielt seinen Vortrag über ein Leben in der Weise Jesu vor 750 Menschen, die digital zugeschaltet waren. Man brauche für die Begegnung keinen geweihten Raum, sagte Drewermann über die ungewöhnliche Veranstaltungsform. Alle Zuhörenden in ihrem jeweiligen Zuhause seien einander zwar nicht räumlich, aber seelisch verbunden, ihr Haus ein Haus der Gottesbegegnung.
Ausgehend vom ersten Kapitel des Markusevangeliums, das einen Tag im Leben Jesu schildert, sprach Drewermann von der Bedeutung des Gebets als einer inneren Sammlung. Die Rede vom Menschen, der von einem »unreinen Geist besessen« war, um den es in der Geschichte über Jesus in der Synagoge von Kafernaum geht, bezog er auf ein heutiges psychologisches Verständnis von äußeren Zwängen gegenüber innerer Integrität. Von da schlug er den Bogen zu aktuellen politischen Konflikten und rief dazu auf, die eigenen Gedanken angesichts von Krieg, Flucht und Unterdrückung zuzulassen und ernst zu nehmen. Letztlich ist für ihn ein Leben an der Seite Jesu verbunden mit einer klaren Abgrenzung zu Militarismus. In deutlichen Worten sprach sich Eugen Drewermann gegen Rüstung aus.
Er lud dazu ein, den Psalm 23 (»Der Herr ist mein Hirte«) noch einmal zu lesen. Wie man Jesu Energie, seinen Freimut und seine Stärke in sich aufnehme? In eben dem Vertrauen, das im Psalm 23 ausgedrückt ist. Im Glauben, dass der Tod keine Macht mehr über uns hat.
Für das Publikum waren es berührende Worte, wie die Kommentare verdeutlichten. In der anschließenden Fragerunde, moderiert von Agnes Frei, der Vorsitzenden der Leserinitiative Publik-Forum e.V., kamen Nachfragen etwa zur Bedeutung von Ungehorsam in der Kirche, zu Meditation und interreligiöser Verständigung.
Der Vortrag von Eugen Drewermann wurde aufgezeichnet und ist hier für Sie abrufbar.

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