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Urlaub
Ein bisschen unendlich

Längst dient das Reisen nicht mehr nur der Erholung. Es ist zu einer Form der Sinnstiftung geworden und zu einer Frage des sozialen Status. Zeit für eine kleine Theologie des Reisens, die vom Glück des Unterwegsseins erzählt.
von Matthias Drobinski vom 10.07.2021
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Ein Campingplatz, furchtbar spießig. Aber da war der Süden. Und Camper und All wurden eins. (Foto: istockphoto/Eckehard Wolf)
Ein Campingplatz, furchtbar spießig. Aber da war der Süden. Und Camper und All wurden eins. (Foto: istockphoto/Eckehard Wolf)

Einmal, Ende der 1970er-Jahre, sind wir mit der ganzen Familie nach Italien gefahren. Im Morgengrauen ging es los, im überladenen Ford Transit, müde und hellwach zugleich; kurz vor München zeigte sich, dass es nicht früh genug gewesen war. Zusammen mit den anderen italienreisenden Frühaufstehern standen wir im endlosen Stau. In einem Akt der Verzweiflung lenkte mein Vater das Auto durch ein Kornfeld auf eine Nebenstraße. Die Stoßdämpfer schlugen durch, Jahre später noch steckten Ähren im Kühler. Endlich eine Pause im Schatten, am Ufer eines Teiches. Ich nahm einen Stein in die Hand. »Das schaffst du nicht«, sagte mein Bruder. Sehr wohl schaffte ich es, den Stein über den Tümpel zu werfen. Nur dass in diesem Moment unser kleiner Bruder am anderen Ufer auftauchte und der Stein ihn, keine Absicht hätte das je hinbekommen, am Kopf traf. Geschrei, Blut, die verzweifelte Suche nach einem Arzt, der die Wunde nähte. Nach einer ungeplanten Übernachtung landete tags darauf eine sehr müde Familie auf einem stadtgroßen Campingplatz an der Adria, wo der Strand parzelliert war, man sich böse verlaufen konnte und einmal in der Woche das Flugzeug mit dem Blattlausgift kam.

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Schlagwörter: Reisen Urlaub
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